Berlin: Drogeneinsatz aus dem Ruder

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Der Drogenkrieg gerät immer mehr aus der Kontrolle, auch bei uns. Meldungen über Polizeiübergriffe und überzogene Einsätze schlagen nun fast wöchentlich ein.

Nach Leipzig und Weida wird nun aus Berlin berichtet, dass ein Drogeneinsatz voll aus dem Ruder gelaufen ist.

Zitat aus dem taz-Artikel „Polizei irrt sich in der Tür“:

„In seinem Büro legt er Fotos auf den Tisch, die Frau hatte sie gemacht, bevor sie mit ihrem Mann zum Arzt fuhr. Sie zeigen die blutigen Lippen und ein Hämatom über dem Gesäß des Mannes. „Er ist zum Fenster gelaufen und wollte um Hilfe rufen“, erzählt seine Frau. „Da stürmten drei Polizisten ins Schlafzimmer und schlugen zu“, sie deutet auf ein Foto, auf die aufgeplatzten Lippen. „Dann wurde er mit Handschellen gefesselt, musste sich in eine Ecke knien und wurde fotografiert“, fährt sie fort“

Offiziell handelt es sich um Kollateralschäden des Drogenkrieges. Die Polizei irrte sich in der Tür und misshandelte „die Falschen“.
Doch ist die Frage politisch zu diskutieren, ob solcherart Polizeigebahren überhaupt rechtens ist, wenn hier keine unmittelbare Gefahr für Leib und Leben abgewehrt werden sollte. Gefahr für Leib und Leben entstand erst durch den Polizeieinatz – eine widersinnige Situation.
Die Polizeieinsätze schaffen so letztlich erst Risiken und Gefahren – für die Betroffenen und für die demokratische Kultur im Land.
Alles eine Folge des Drogenkrieges.

von Pfarrer Michael Kleim

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